Die Begegnung mit dem Tod im Kindesalter

Bereits bevor ich das Licht dieser Welt erblickte, wurde ich mit dem Thema Tod konfrontiert, als mein Zwillingsbruder Alex sich im Unterleib meiner Mutter dafür entschieden hatte, den Weg nicht gemeinsam auf diese Erde zu gehen. 

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Im frühen Kindesalter, mit knapp 5 Jahren, folgte der Tod einer meiner damaligen besten Freundinnen im Kindergarten. 

Die erste bewusste Begegnung mit dem Tod, die viele Fragen in mir auftauchten ließ: "Wo wird Barbara nun wohl sein, was macht sie gerade, mit wem spielt sie nun, wer sorgt für sie".

Meine erste Abschiedsfeier. Bilder, die mich viele Jahre begleiteten. 

Ich begann die Trauer auf spielerischer Art und Weise zu verarbeiten.

 

Ein Jahr darauf folgte der plötzliche Tod meine Opas nach einem Verkehrsunfall.

Mitten drinnen im Geschehen wollte ich bei jedem einzelnen Schritt mit dabei sein und alles mitverfolgen und miterleben.  

Im März 1990 verstarb, plötzlich und unerwartet, ein Junge, in dem ich mich verliebt hatte.

Kurz zuvor begegneten wir uns uns noch. Lange Zeit konnte und wollte ich es nicht für wahr haben, dass ich ihn nie mehr wieder sehen werde.  

Mein Wendepunkt und die Bewusstwerdung, dass der Tod zum Leben gehört

Knapp ein Monat darauf folgte der große Schock.

Im Mai 1990 entschied sich mein Lieblingsonkel und Bruder meiner Mutter Martin freiwillig diese Erde zu verlassen.

Der Moment, in dem ich begann mich intensiv mit der Frage nach dem Sinn des Leben zu beschäftigen und mich bewusst mit dem Thema Tod auseinander zu setzen. 

Ich konnte und wollte es nicht mehr für wahr haben, dass diese kurze Zeit in unserem Körper auf dieser Erde alles gewesen sei.

Rückblickend kann ich heute sagen, dass dies einer der entschiedensten Momente in meinem Leben war.

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Gleichzeitig war es der Moment, in dem ich begann, Menschen nach einem eigetretenen Tod eines ihrer Geliebten, zur Seite zu stehen durch die Mithilfe bei Beerdigungen, in der Trauerzeit oder in Form von Briefen. 

Berits als Kind hatte ich das Gefühl, als ob es dies eine Aufgabe von mir wäre, auch wenn ich es damals noch nicht als solche einordnen konnte. Gleichzeitig war es wohl ein Form von Verarbeitung meiner eigenen Trauer. 

Mit dem Älter werden, begann ich dann sämtliche Beerdigungen im Verwandten- und Bekanntenkreis zu organisieren, zu schreiben, zu planen und die Menschen durch diese Zeit zu begleiten. 

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Die Erfahrung mit dem Tod kann Dir helfen,

Dich wieder mit einem essentiellen Teil von Dir

zu verbinden, der etwas verdrängt wurde. 

Die Begegnung mit dem Tod in meiner Jugend

Ein weiteres, für mich sehr einschlagendes Erlebnis war der plötzliche Tod meines Lieblingsonkels nach einem Herzinfarkt. Eine große Prüfung im Bezug auf meine zukünftige Lebens-aufgabe. 

Eine ähnliche Situation folgte ein paar Jahre später durch den plötzlichen Tod meiner Tante. 4 Tage lange durfte ich sie und die Angehörigen am Sterbebett auf ihrem letzten Weg hier auf Erden begleiten und auf den Übergang vorbereiten. Gefolgt von einer wunderschönen, licht- und liebevollen Beerdigung. 

 

Das Vertrauen in einen höheren Plan

Mit der Gehirnblutung meiner Mutter wurde ich erneut mit dem Thema Tod und insbesondere dem Vertrauen in einen höheren Plan konfrontiert. 

Mehrere Tage Ungewissheit, Ohnmacht, Hilflosigkeit und gleichzeitig Stille, Ruhe, Frieden und das tiefe Vertrauen, dass alles so sein darf wie es gerade ist. 

Eine Erfahrung, die mir lehrte, was es heißt, dem Leben und den Seelenweg Deines Gegenübers zu vertrauen und es so anzunehmen und zu akzeptieren, wie es ist. 

Das Leben meint es immer gut mit Dir

Die Berührungen mit meiner eigenen Sterblichkeit

Auch an meinem eigenen Körper wurde ich mehrmals mit meiner Sterblichkeit konfrontiert. 

Lebensverändernde Diagnosen, ein in die Zuschauermenge rasender Pkw, Millimeter an mir vorbei, mit mehreren Toten rund um mich herum, körperlicher Missbrauch und einiges mehr.

Das Leben zeigte mir des Öfteren die Endlichkeit meines Körpers, was das Vertrauen in das Unendlich in mir wachsen ließ. 

Meine Nahtoderfahrung

Der Moment, der mein Leben und den Bezug zum Thema Tod komplett veränderten. 

"Etwas" in mir erwachte. Dieses wundervolle Licht, die große Ruhe, das alle die Furcht von mir nahm. 

Vertrauen und die Gewissheit, dass wir stets geführt und getragen werden von etwas Höherem.

Wir sind nur zu Gast auf dieser Welt in einem Körper, der von unserer Seele belebt wird, der einen Namen trägt und mit dem wir Erfahrungen hier auf Erden sammeln dürfen. Ein großes Geschenk, Mensch sein zu dürfen. 

Jeder Einzelne von uns ist die Schöpfung des Schöpfers und wir sind alle miteinander verbunden im große Band der Liebe. 

Rückblickend bereitete mich das Leben in der "Lebens-Schule" bewusst und intensiv auf eine meine Lebensaufgaben vor. 

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"Achte darauf, welche Aufgaben Dir das Leben schickt, denn es könnten Hinweise dafür sein, mit welcher Beruf-ung Dich der Schöpfer auf diese Erde geschickt hat". 

Die Entscheidung meine Aufgabe endlich zu leben

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Am 30. September 2020 entschied sich, plötzlich und unerwartet, ohne sämtliche Vorzeichen, die Seele meines Vaters, diese Erde zu verlassen.
Der Moment, in dem ich einen meiner liebsten Menschen voller Liebe, Hingabe und in tiefem Vertrauen, auf seinem letzten Weg und in seinen letzten Stunden hier auf Erden begleiten durfte.
 
Einer der heiligste Akt, den ich je erlebt habe und gleichzeitig der Moment, in dem mir bewusst wurde:
 
"Jetzt ist es an der Zeit endlich meine Aufgabe als Sterbe- und Trauerbegleiterin zu leben."

Nun freue ich mich auf diese Aufgabe, die vielen Begegnungen und darauf, Seelen in ihrem Übergang begleiten zu dürfen. 

Somit wurde meine Vergangenheit und die vielen Begegnungen mit dem Tod zu meinem Goldschatz.

Vertraue dem Leben.

Es bringt Dir immer nur das, was für Dich in dem Moment richtig und wichtig ist. 

In Liebe Maria-Christina

Weitere Informationen über mich und meinem Weg als Herzenswegbegleiterin findest Du auf meiner Seite www.maria-christina.it 

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Du wirst stets geführt und getragen von etwas Höherem.